Haus kaufen — was Du zum Thema Hauserwerb wissen solltest

Hauseigentümer zu werden steht für viele Menschen ganz weit oben auf der Liste ihrer Lebensziele. Wenn auch Du Deinen langgehegten Traum vom Eigenheim verwirklichen und ein Haus kaufen willst, dann stehst Du in der Tat vor einer Entscheidung fürs Leben, denn eine Immobilie kauft man nicht mal eben so wie ein neues Paar Schuhe. Du solltest daher nichts überstürzen und keinen spontanen Impulskauf tätigen, sondern Dir vor dem Kauf sorgfältig Gedanken über alle Eventualitäten machen.

Der Weg zum eigenen Haus ist oft steinig und hält etliche Hürden bereit, die aber schnell in Vergessenheit geraten, wenn Du erst einmal den Schlüssel zu Deinem Traumhaus in den Händen hältst. Damit Du geradezu spielend mit möglichen Hindernissen fertig wirst und alle relevanten Entscheidungen problemlos treffen kannst, findest Du hier das Wichtigste zu den wesentlichen Faktoren, die Du beim Hauskauf beachten solltest.

Ein Haus kaufen

Der Kauf eines Hauses ist ein langer Prozess. Von der Suche bis zum Kaufvertrag vergeht oft ein langer Zeitraum. Oft braucht man auch professionelle Hilfe.

1. Hauskauf — Vorteile und Nachteile

Hauseigentümer zu sein hat positive und negative Aspekte. Neben der Sicherheit und Unabhängigkeit, die Dir Deine eigenen vier Wände bieten, ist es vor allem die Verantwortung, die mit dem Erwerb des Hauses einhergeht, die einerseits abschreckend wirken kann, andererseits aber auch einen großen Vorzug darstellt. Damit Du besser beurteilen kannst, was mit dem Hauskauf auf Dich zukommt, findest Du hier eine Gegenüberstellung der Vorteile und Nachteile.

 

Hauskauf

Vorteile

Nachteile

  • keine Abhängigkeit von einem Vermieter
  • keine laufenden monatlichen Mietkosten
  • Investition in Eigenheim als Kapitalanlage und als Altersvorsorge
  • Möglichkeit der Vermietung als Einnahmequelle
  • kürzere Wartezeit auf die Wunschimmobilie als beim Hausbau
  • vielfältige, individuelle Gestaltungsfreiheit
  • geringere nervliche Belastung als beim Hausbau
  • Verantwortung für Pflege und Instandhaltung
  • höhere Nebenkosten als bei Haus zur Miete
  • Verantwortung für Prüfung der Hausqualität vor Unterzeichnung des Kaufvertrags

2. Finanzierung

Mache Dir bereits vor Beginn der Immobiliensuche Gedanken darüber, wie Du den Hauskauf finanzieren wirst, denn eine gründliche und wohlüberlebte Finanzierungsplanung ist eine absolute Voraussetzung für den reibungslosen Ablauf auf dem Weg zu Deinem Wunschhaus. Vereinbare am besten ein Gespräch mit einem Experten für Immobilienfinanzierung, der Dich bei der Aufstellung Deines Finanzierungsplans beraten und unterstützen kann.
Die Artikel in unserem Finanzierungsratgeber liefern Dir hierzu ebenfalls nützliche Tipps und Informationen.

Die Lage bestimmt den Wert einer Immobilie

Vor dem Kaufvertrag muss die Finanzierung geklärt sein.

Die einzelnen Bausteine, die bei der Planung für die Finanzierung Deiner Immobilie für Dich von Bedeutung sind, umfassen im Wesentlichen

  • vorhandenes Eigenkapital,
  • Budget,
  • finanzielle Reserve,
  • Darlehen (Kredit).

Eines muss Dir von vornherein klar sein: Falls Du nicht gerade zufällig im Lotto gewonnen oder eine umfangreiche Erbschaft gemacht hast, wirst Du kaum in der Lage sein, die komplette Summe auf einmal und aus eigener Tasche zu bezahlen. Also wirst Du nicht drumherum kommen, die Immobilie zu finanzieren und einen Kredit aufzunehmen. Das bedeutet zunächst einmal, dass Du über ein gesichertes Einkommen und einen sicheren Arbeitsplatz verfügen musst, ansonsten wird es schwierig werden, überhaupt ein Darlehen zu bekommen. Außerdem bist Du dadurch künftig zu monatlichen Zahlungen verpflichtet.

Die Tilgungsraten und Zinsen für den Immobilienkredit fallen je nach Finanzierungsmodell unterschiedlich hoch aus. Um festzustellen, welches Finanzierungsmodell für Dich am günstigsten ist, musst Du wissen, was Du Dir leisten kannst, daher solltest Du Dir schon vor dem entsprechenden Beratungsgespräch bei der Bank eigenständig einen ersten Überblick über Deine Finanzsituation verschaffen, so dass Du Dein frei verfügbares Budget pro Monat in etwa abschätzen kannst.

Bedenke, dass Du von Deinem monatlichen Einkommen weiterhin Deine laufenden Kosten (Lebenshaltungskosten und sonstige Fixposten, wie etwa Versicherungen oder Handyrechnung) begleichen musst. Außerdem solltest Du in der Lage sein, eine finanzielle Reserve für schlechte Zeiten zurückzulegen, falls etwas Unvorhergesehenes eintritt, zum Beispiel Krankheit, Unfall oder Jobverlust/Arbeitslosigkeit, oder falls zusätzliche Kosten entstehen, die vorher nicht absehbar waren, etwa Reparatur- oder Renovierungskosten. Auf der sicheren Seite bist Du, wenn Du für derartige Fälle immer einen Betrag beiseite gelegt hast, der ungefähr drei bis fünf Monatsgehältern entspricht.

Die Summe, die übrig bleibt, wenn Deine Fixkosten komplett bezahlt sind und Du Deine finanzielle Reserve zurückgelegt hast, ist das Budget, das Du monatlich in die Finanzierung Deines Hauses investieren kannst, das heißt so hoch darf die zu zahlende Kreditrate plus Zinsen maximal sein.
Es ist besser, Dein finanzielles Polster etwas großzügiger zu berechnen und den Spielraum nicht komplett auszureizen — vereinbare im Zweifelsfall lieber eine flexible Tilgungsrate. Denke auch daran, dass als weiterer Kostenfaktor zu Deinen laufenden monatlichen Ausgaben noch die Betriebskosten für Dein Haus hinzukommen werden, die natürlich abhängig sind von der Größe der Immobilie, aber im Allgemeinen höher ausfallen als bei vergleichbaren Mietobjekten.

Ohne vorhandenes Eigenkapital solltest Du den Hauskauf grundsätzlich eher nicht in Erwägung ziehen. Wenn Du eigenes Kapital hast, das Du einbringen kannst, wird die Darlehenssumme insgesamt geringer, so dass entweder bei einer langen Laufzeit eine niedrigere Tilgungsrate anfällt oder aber Du den Kredit mit einer höheren Rate in kürzerer Zeit abbezahlen kannst. Das eingebrachte Eigenkapital sollte mindestens die Kaufnebenkosten und außerdem mindestens 20 % der Kaufsumme abdecken. Es gilt: Je höher der Betrag ist, den Du aus eigener Kraft in die Finanzierung Deines Hauses beisteuern kannst, desto niedriger wird die Geldsumme sein, die Du für die Schuldentilgung aufbringen musst, also umso größer das Eigenkapital, desto besser für Dich.

Das Haus, das Du kaufen möchtest und das dazugehörige Grundstück haben zwar einen bestimmten Preis. Zu diesem Kaufpreis musst Du aber noch sogenannte Kaufnebenkosten, die außerdem fällig werden oder werden können, hinzuaddieren, damit Du in etwa eine Hausnummer hast, welche Gesamtkosten auf Dich zukommen. Die Kaufnebenkosten lassen sich in etwa als prozentuale Anteile der eigentlichen Kaufsumme kalkulieren.

Kaufnebenkosten

  • Notarkosten für Prüfung der Voraussetzungen, Erstellung des Grundstückskaufvertrags, Beurkundung): ungefähr 1 % bis 2 % des Kaufpreises;
  • Grunderwerbsteuer: je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 % der Kaufsumme;
  • evtl. Gebühren und damit verbundene Notarkosten für die Grundbucheintragung: circa 0,5 % des Kaufpreises;
  • sowie eine evtl. zu zahlende Maklerprovision: regional unterschiedlich, zwischen 3 % und 7 % der Kaufsumme.

Um die anfallenden Notar- und Grundbuchkosten zu berechnen beziehungsweise grob zu überschlagen, kannst Du einen der zahlreichen Grundbuchrechner nutzen, die online zur Verfügung stehen.

Bei einem gebrauchtem Haus können weiterhin Kosten für Renovierung oder Umbau hinzu kommen, über deren Höhe sich aber hier freilich keine Aussage treffen lässt, da diese in Abhängigkeit vom Zustand der Einzelimmobilie variabel sind.

3. Haussuche

Wenn Du Dir über die grundlegenden Finanzierungsaspekte im Klaren bist, kannst Du endlich mit der Suche nach Deinem optimalen Haus beginnen. Bestenfalls betreibst Du über einen längeren Zeitraum hinweg intensive Marktforschung, um Dir einen Überblick über das Immobilienangebot zu verschaffen, um ein Gespür dafür zu entwickeln, wann, wo und wie oft welche Objekte auf den Markt kommen und um letztendlich ein Gefühl für die Immobilienpreise zu erhalten. Nutze möglichst viele unterschiedliche Informationsquellen und -kanäle, um auf breiter Front die Augen offen zu halten und die besten Gelegenheiten nicht zu verpassen, da Häuser auf dem Immobilienmarkt momentan — nicht zuletzt aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus — heiß begehrt sind.

Suchmöglichkeiten

  • Beginne Deine Suche nach dem passenden Haus im Internet, denn Webportale wie wunschimmo.de bieten Dir die breiteste und vielfältigste Auswahl an Immobilien. So kannst Du nicht nur auf schnellem Wege umfassende Informationen über die Angebotslage einholen, sondern auch mit Hilfe der Suchfunktionen, die auf den gängigen Immobilienportalen zur Verfügung stehen, gezielte Suchanfragen mit klar definierten Parametern stellen. Häufig besteht sogar die Möglichkeit, einen entsprechenden Suchauftrag einzurichten, um Benachrichtigungen über neu eingestellte, passende Hausangebote zu erhalten. Auch die Kontaktaufnahme zum Hausanbieter geschieht über die Portale zügig und unkompliziert. Vielleicht betreibt sogar Deine Stadt ein eigenes kommunales Immobilienportal, auf dem Du Angebote vor Ort findest.
  • Studiere die Inserate in überregionalen Tageszeitungen und regionaler oder lokaler Presse. Hier solltest Du vor allem am Samstagmorgen zeitig aufstehen und die in der Anzeige angegebenen Kontaktdaten nutzen, um möglichst schnell mit dem Verkäufer der Immobilie in Verbindung zu treten, da bekanntlich nur der frühe Vogel den Wurm fängt.
  • Erkundige Dich unmittelbar bei der Stadt oder Kommune nach aktuell angebotenen Häusern.
  • Frage bei Banken oder Versicherungen nach, denn oftmals bieten auch sie Häuser zum Verkauf an.
  • Mobilisiere Deine Freunde, Deine Verwandtschaft und Deinen Bekanntenkreis und bitte darum, die Augen und Ohren nach einem passenden Haus für Dich offen zu halten.
  • Wenn Du bei der Suche nach Deinem Traumhaus allein nicht weiterkommst oder Du ein Haus mit hochwertiger Ausstattung und in einer besonders gefragten Top-Lage suchst, kannst und solltest Du einen Immobilienmakler mit der Suche beauftragen, auch wenn dies für Dich im Falle eines erfolgreichen Vertragsabschlusses durch die Zahlung der Provision zusätzliche Kosten bedeutet. Die Investition kann sich dennoch für Dich auszahlen, denn ein professioneller, seriöser Makler kann Dich nicht nur ausführlich und kompetent beraten, sondern ist auch hervorragend vernetzt und findet dadurch schnell das passende Haus für Dich.

4. Das passende Haus — jetzt und in Zukunft

Wenn Du ganz gezielt nach einem Haus zum Kauf suchen möchtest, gibt es einige grundsätzliche Überlegungen, die Du anstellen solltest, bevor Du mit der Haussuche beginnst. Mit dem Hauskauf wirst Du eine langfristige Bindung und ein dauerhaftes „Verhältnis“ zu Deiner Immobilie eingehen: Daher sind für die Einschätzung, welches Haus das Passende für Dich ist, nicht nur Deine aktuellen finanziellen, familiären und beruflichen Verhältnisse ausschlaggebend, sondern es gilt vor allem auch, für die Zukunft zu planen und perspektivisch zu denken. Du solltest Dir also unbedingt ins Bewusstsein rufen, wie die Gestaltung Deiner weiteren Lebensplanung aussehen soll.

Dies wird Dir leichter fallen, wenn Du beispielsweise folgende Fragen beantwortest:

  • Wie viele Personen werden das Haus jetzt und in Zukunft bewohnen? Sind Kinder da? Wie sieht es mit der weiteren Familienplanung aus, ist sie schon abgeschlossen oder besteht ein weiterer Kinderwunsch?
  • Wie sicher sind Deine Einkommensverhältnisse in den nächsten Jahren? Ist gewährleistet, dass Du keine Schwierigkeiten bei der Immobilienfinanzierung bekommen wirst und trotzdem einen angemessenen Lebensstandard für Dich und Deine Familie wahren kannst?
  • Falls Du über ein Haus mit einem großen zugehörigen Garten nachdenkst: Hast Du gegenwärtig wirklich Zeit und Lust für die Gartenarbeit? Kannst und willst Du Dich in einigen Jahren auch noch um die Gartenpflege kümmern?


Deine Antworten auf diese Fragestellungen solltest Du bei der Einschätzung, ob ein bestimmtes Haus tatsächlich geeignet ist, um Deine persönlichen Anforderungen zu erfüllen, immer präsent haben.

 

5. Wo Haus kaufen?

Da ein Haus von vornherein im wahrsten Sinne des Wortes „immobil“, also unbeweglich und damit ortsgebunden ist, wenden wir uns zunächst einmal der Frage zu, wo Du ein Haus kaufen möchtest, bevor wir uns damit beschäftigen, welches Haus es denn für Dich sein soll.

Über den von Dir gewünschten Wohnort müssen hier nicht allzu viel Worte verloren werden, denn diese Entscheidung liegt vollständig in Deiner Hand — bestimmend können hier etwa die Entfernung zu Deinem Arbeitsplatz oder die Nähe zur Verwandtschaft oder zu Freunden sein. Bedenke nur, dass Du Dich bei der Auswahl ziemlich einschränkst, wenn Du sehr stark auf einen bestimmten Ort fixiert bist. Es empfiehlt sich immer, die Suche auch auf einen etwas größeren Umkreis auszudehnen, solange dieser im Rahmen Deiner Möglichkeiten liegt, um ein breiteres Angebot zu erhalten.

Bei der Lage Deines Wunschhauses hast Du die Wahl zwischen Stadt oder Land, Zentrum oder Peripherie, Mischgebiet oder reinem Wohnquartier, Neubaugebiet oder gewachsenem Viertel — je nachdem, wie kontaktfreudig, ruhebedürftig oder lärmempfindlich Du bist und wie viel Leben Du rund um Dich herum brauchst und auf Dauer ertragen kannst und möchtest. Die Entscheidung hier ist eng verknüpft mit den Anforderungen, die Du an Dein gewünschtes Wohnumfeld stellst, denn in Abhängigkeit von der jeweiligen Lage wirst Du überall verschiedene äußere Rahmenbedingungen und eine unterschiedliche Infrastruktur vorfinden.

Wenn Du ein Haus kaufst, ist es wichtig, dass Du nicht nur bei dem Haus selbst ein gutes Gefühl hat, sondern auch,

  • dass Du Dich dauerhaft an Deinem Wohnort wohl fühlst;
  • dass Du alle Dinge, die Du für Deinen Lebensalltag brauchst, zur Verfügung hat und sie möglichst einfach und stressfrei erreichen kannst, so dass die Organisation keine Mühe macht und keinen großen Aufwand bedeutet;
  • dass Du auch einmal die Möglichkeit hast, dem Alltag zu entfliehen und in Deiner Freizeit etwas Schönes zu erleben.

Wenn Du Kinder hast oder Nachwuchs geplant ist, solltest Du bei Deinen Erwägungen die Erreichbarkeit von Kindergärten und Schulen berücksichtigen und Dich darüber informieren, welche Betreuungsmöglichkeiten in der näheren Umgebung vorhanden sind. Generell wichtig sind Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte sowie Apotheken, diese sollten ebenfalls nicht allzu weit entfernt sein. Sollten die Wege doch etwas weiter sein, spielen die allgemeine Verkehrsanbindung und die Verbindungen im ÖPNV eine große Rolle. Nicht zuletzt möchtest Du bestimmt auch wissen, welche Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung Du hast, welche kulturellen Angebote es gibt und wie weit es bis zum nächsten Naherholungsgebiet ist, wenn es Dich einmal hinaus ins Grüne zieht.

Nutze die Möglichkeiten für eine Vorab-Recherche im Internet, um all dies herauszufinden, aber versäume es nicht, Dich auch tatsächlich vor Ort umzusehen, wenn eine der angebotenen Immobilien für Dich in Frage kommen könnte. Nur so kannst Du wirklich feststellen, wie groß die Übereinstimmung zwischen der Realität und Deinen Vorstellungen ist und ob Dir die Atmosphäre der Umgebung zusagt. Im Idealfall kannst Du dabei auch gleich die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und versuchen, mit Deiner potenziellen Nachbarschaft ins Gespräch zu kommen um so die Menschen kennenzulernen, denen Du vielleicht bald Tag für Tag begegnen wirst.

Da Dein Haus sowohl Deine eigene Persönlichkeit widerspiegeln als auch bestimmten Ansprüchen wie etwa dem Platzbedürfnis der Hausbewohner gerecht werden sollte, wenden wir uns nun der Frage zu, welches Haus Du kaufen möchtest.

6. Welches Haus kaufen?

Häuser zeichnen sich außerdem durch charakteristische Eigenschaften aus, die jedes von ihnen einzigartig machen.

Haustyp

Es gibt diverse Haustypen, die sich unter anderem darin unterscheiden, wie viel Privatsphäre und Individualität sie Dir gestatten, aber auch, wie hoch der Preis ist, den Du dafür zahlen musst.
Wir beschreiben Dir hier kurz die drei gängigsten Häusertypen, damit Du Dir darüber klar werden kannst, welche Art von Haus für Dich am ehesten in Frage kommt.


Freistehendes Einfamilienhaus

Bild eines freistehenden Einfamilienhauses

Das freistehende Einfamilienhaus (EFH) umfasst nur eine einzige Wohneinheit und ist die populärste Form zu wohnen, nicht nur bei großen, kinderreichen Familien. Freistehende Einfamilienhäuser verfügen immer über ein eigenes Grundstück und sind typischerweise von einem Garten umgeben. Wenn Du Wert darauf legst, große individuelle Gestaltungsfreiheit zu haben und eine gewisse Distanz zu Deinen Nachbarn zu wahren, aber vor hohen bis sehr hohen Kosten nicht zurückschreckst, ist ein freistehendes EFH für Dich die richtige Wahl.


Doppelhaushälfte

Bild eines Doppelhauses

Wenn Du eine etwas kostengünstigere Alternative zu einem freistehenden Einfamilienhaus suchst und gegen einen unmittelbaren Nachbarn nichts einzuwenden hast, bist Du mit einer Doppelhaushälfte (DHH) gut beraten. Bei einem Doppelhaus bilden zwei eigenständige, an der gemeinsamen Grenze zweier benachbarter Grundstücke aneinander gebaute Einfamilienhäuser eine bauliche Einheit. Daher haben zwei Doppelhaushälften immer eine gemeinsame, trennende Wand, in der Regel eine Seitenwand, und somit nur drei Außenwände, was die Heizkosten ein wenig senkt.


Reihenhaus

Bild eines freistehenden Einfamilienhauses

Eine weitere Art des Einfamilienhauses, die am weitesten verbreitet und vergleichsweise am kostengünstigsten ist, stellt das Reihenhaus dar, wobei sich nochmals zwischen Reihenmittelhäusern und Reihenendhäusern unterscheiden lässt. Die Grundstücksgröße fällt insbesondere bei Reihenmittelhäusern häufig gering aus, der entsprechend schmale Grundriss der Einzelhäuser wird oft durch mehrgeschossigen Bau ausgeglichen. Wenn Dich die große Nähe zu Deinen direkten Nachbarn rechts und links nicht abschreckt, Dich die äußere architektonische Gleichgestaltung nicht stört und Du Deinen Geldbeutel ein wenig schonen möchtest, solltest Du Dich für den Kauf eines Reihenhauses entscheiden.



Wenn Deine Entscheidung für einen bestimmten Häusertyp gefallen ist, solltest Du Dir weiterhin einen ganz fundamentale Aspekt ins Bewusstsein rufen, der das Baujahr der Immobilie betrifft und die Frage, ob schon mal jemand drin gewohnt hat oder ob es sich um einen Erstbezug handelt: Möchtest Du ein neues oder ein gebrauchtes Haus kaufen? Bestehst Du auf einem Neubau, oder darf das Haus etwas älteren Datums sein?

Es stehen Dir mehrere Wege zu Deinem Traumhaus offen, denn Du hast prinzipiell beim Hauskauf zwei Möglichkeiten: Du kannst entweder ein gebrauchtes Haus vom bisherigen Eigentümer kaufen oder einen Neubau von einem Bauträger erwerben. Wenn Du Dich für die letztere Lösung entscheidest, hast Du wiederum die Möglichkeit, zwischen einem bereits fertiggestellten Neubau oder einem zwar geplanten, aber noch nicht existierenden Haus zu wählen. Bei bereits fertig gestellten Häusern, egal ob Erstbezug oder älter, musst Du überprüfen, in wie weit die Eigenschaften des Hauses mit Deinen individuellen Vorstellungen und Ansprüchen übereinstimmen. Bei einem Neubau, der sich noch in der Planung befindet, können sich demgegenüber für Dich gewisse Gestaltungs- und Mitsprachemöglichkeiten ergeben. Allerdings bedarf es hier der Absprache mit dem Bauträger, um zu klären, welche dies im Einzelnen sind.

Wenn Du bei Deiner Haussuche fündig geworden bist, hast Du zwar in den meisten Fällen ein Exposé vorliegen, anhand dessen Du schon Einiges über die weiteren Charakteristika des Hauses erfahren kannst, zumal es sich dabei oftmals um Angaben handelt, die sich in Zahlen ausdrücken lassen. Du kannst diese Infos nutzen, um grob vorzusortieren, welche Objekte überhaupt in Frage kommen, aber am besten machst Du Dir jedoch ein Bild von der Immobilie, indem Du möglichst schnell einen Besichtigungstermin vereinbarst.

7. Hausbesichtigung

Vor Ort kannst Du nicht nur Lage und Umfeld mit Deinen Vorstellungen abgleichen, sondern auch Folgendes direkt in Augenschein nehmen:

  • Bauweise (z. B. Massivhaus oder Fertighaus),
  • Geschossanzahl,
  • Wohnfläche,
  • Zimmeranzahl,
  • Schnitt und Raumaufteilung sowie
  • Ausstattung.

Vorausschauend in Bezug auf das Wohnen im Alter solltest Du bei der Besichtigung darauf achten, ob das Haus barrierefrei bzw. seniorengerecht gebaut und ausgestattet ist oder ob es sich bei Bedarf gegebenenfalls entsprechend umbauen lässt und wenn ja, mit welchem Aufwand, auch in finanzieller Hinsicht. So gilt es beispielsweise auch bei der Geschossanzahl und bei der Frage ob einstöckig oder mehrstöckig, die Zukunftsperspektive nicht aus den Augen zu verlieren. Im Alter kann das Treppensteigen durchaus zu einem Problem werden — wenn Dein Haus mehrere Geschosse haben soll, achte darauf, dass die Treppen breit genug und nicht zu steil oder verwinkelt angelegt sind. Ein Keller und/oder ein Dachboden bieten Dir nicht nur Lagerraum und Abstellflächen. Wenn die baulichen Voraussetzungen so gestaltet sind, dass Keller- oder Bodenräume ausgebaut werden können, hältst Du Dir hiermit eine Option offen, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, falls Deine Familie Zuwachs bekommt oder ihr eigenes, privates Reich für sich beanspruchen.

Wenn Du Dich dafür entschieden hat, ein gebrauchtes Haus zu kaufen, gibt es einige wichtige Faktoren, die Du bei der Hausbesichtigung in jedem Fall beachten: Erkundige Dich nicht nur nach dem Baujahr, sondern auch nach dem Zeitpunkt der letzten Renovierung und danach, was genau renoviert wurde. Stelle außerdem die Heizungsart und das Alter des Heizungssystems fest und lass Dir anhand des Energieausweises Auskunft geben über die Energiebilanz des Hauses.
Lass Deinen ersten Eindruck vom Istzustand des Hauses ruhig auf Dich wirken, nimm Dir aber anschließend die Zeit, Zustand und Qualität des Hauses und eventuell dazu gehörenden Nebengebäuden sowohl von innen als auch von außen mit Sorgfalt zu überprüfen und zu kontrollieren.

Prüfung und Kontrolle

Innenbereich

Außenbereich

  • Dämmung
  • Dacheindeckung und Dachstuhl
  • Elektrik
  • Regenrinne, Kamine und Gauben
  • Küche und Bäder
  • Garage, Tore und Zäune
  • Innenwände und Decken
  • Außenwände
  • Fußbodenbeläge und Treppen
 
  • Fenster und Türen
 
  • Fundament und Keller
 

Um versteckte Schäden, wie etwa Schimmel oder Probleme mit der Statik, ausfindig zu machen, die für einen Laien nicht auf den ersten Blick offenbar werden, solltest Du am besten schon bei der ersten Besichtigung, spätestens aber bei einem zweiten Termin einen Bausachverständigen als Gutachter an Deiner Seite haben, damit dieser feststellen kann, ob und welche Mängel an der Bausubstanz vorliegen. Du trägst zwar selbst die Kosten hierfür, dafür bist Du aber als Immobilienkäufer auch dafür verantwortlich, dass etwaige vorhandene Mängel erfasst werden. Bei der Preisverhandlung kannst Du einen existierenden Mangel als preisdrückendes Argument verwenden. Im Nachhinein kannst Du Dich aber nicht mehr darauf berufen, der Kaufvertrag wird nicht dadurch unwirksam, dass der Verkäufer möglicherweise Schäden nicht preisgegeben hat. Bezüglich der Wirksamkeit des Kaufvertrags solltest Du Dir überdies nochmals in Erinnerung rufen, dass es hierfür einer bestimmten Form bedarf, nämlich der notariellen Beurkundung. Der vorläufige Schlusspunkt der Suche nach Deinem Haus ist demnach der gemeinsame Verhandlungstermin mit Dir und dem bisherigen Eigentümer bei einem Notar.

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