Energieversorgung: Strom und Wasser sind die kleinste Übung. Die Wahl der Heizung ist hingegen deutlich schwieriger.

Die Grundbedürfnisse eines Eigenheimbesitzers in punkto Energieversorgung sind schnell erklärt: Was zur Wunschimmobilie gehört, ist eine stabile Stromversorgung mit einem kostengünstigen Stromtarif, den viele Eigenheimbesitzer in Vergleichsportalen wie stromvergleich.de finden. Zur Wunschimmobilie gehören ein Wasser- sowie ein Abwasseranschluss. Der Wasseranschluss zur Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser ist Aufgabe der Kommune, in der der Häuslebauer sich niederlässt. Tipps zum Beantragen des Wasseranschlusses sind unter hausjournal.net zusammengetragen. Auch in punkto Abwasser ist die Kommune der richtige Ansprechpartner. Nur die Sache mit der Heizung, die ist häufig nicht mit einem einfachen Klick zu regeln, denn: Die Möglichkeiten, an kuschlige Wärme im Haus zu kommen, sind heutzutage vielfältiger denn je. Für wen sich welche Form der Wärmegewinnung eignet, soll dieser Ratgeber zeigen.

Einfamilienhaus


Abbildung 1: Bei Wasser, Abwasser und der Stromversorgung haben es Häuslebauer vergleichsweise einfach. Nur die Wahl der passende Heizung, die könnte mitunter ganz schön schwer werden.

Erdgas liegt (noch) an der Spitze

Es ist die Erdgas-Heizung, die in 19,3 Millionen Wohnungen verbaut ist und damit, mit 47,8 Prozent, die häufigste Heizungsform in Deutschland darstellt (vgl. deutsche-handwerks-zeitung.de). Wie diese Statistik in ein paar Jahren aussehen wird, lässt sich nicht abschätzen, denn: Die Preise sind undurchsichtig. Und auch mit Blick auf die verschiedenen Heizungsarten könnte sich in den nächsten Jahren noch einiges ändern. Auf Platz 2 steht mit 26,8 Prozent die Ölheizung – in 10,8 Millionen Wohnungen. Auf Platz 3 steht die Fernwärme (13,5 Prozent, 5,5 Millionen Wohnungen).
Während Strom- und Wasserversorgung mit ein paar Klick abgetan sind, bleibt die Wahl der passenden Heizung spannend. Und der Druck steigt, denn die gesetzlichen Anforderungen an Neubauten ändern sich regelmäßig. Auferlegt wird den Häuslebauern, einen möglichst niedrigen Energiestandard beim Bau des Eigenheims zu verfolgen. Und dabei ist die Wahl der Heizung von entscheidender Bedeutung. Das folgende Who-is-who der Heizungsvarianten hilft bei der Entscheidung.

Die Gasheizung

Ganz eindeutig für die Gasheizung sprechen der geringe Platzbedarf, den die Gasheizung beansprucht und die Anspruchslosigkeit der Heizung. Der Verbraucher entscheidet zwischen Standgerät oder Schrank, Warmwasserspeicher oder Gastherme und erhält eine gut regelbare Heizung, die noch dazu sehr effizient ist. Kein Wunder also, dass die Gasheizung sich einer derart hohen Beliebtheit erfreut. Die Gasheizung punktet mit zuverlässiger Technik, Wartungsarmut und niedrigen Anschaffungskosten, wenn bereits eine Gasleitung vorhanden ist. Möglich ist die Koppelung an eine Wärmepumpe, an eine Solaranlage oder mit einer Wärme-Rückgewinnungsanlage. Die Kehrseite der Medaille ist nicht etwa die Technik, sondern der Rohstoff. Gas wird aus dem Ausland bezogen, was eine Abhängigkeit zwangsläufig mit sich bringt. Der Gaspreis ist – sehr zum Leidwesen vieler Verbraucher – im Steigen begriffen.

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Die Solarthermie-Anlage

Das Schöne an einer Solaranlage ist der verfügbare Rohstoff: die Sonnenenergie. Das sorgt nicht nur für Unabhängigkeit (zumindest von anderen Ländern, nicht aber vom Wetter), sondern punktet auch mit Blick auf die Umwelt. Die Module auf dem Dach sind mittlerweile technisch sehr gut entwickelt und halten viele Jahre. Auch sind meist kaum Wartungsarbeiten nötig. Was negativ zu Buche schlägt sind die Investitionskosten und der Platzbedarf, der für die Kollektoren benötigt wird. Zudem sind viele Baugebiete und deren Bebauungspläne aktuell nicht gerade energieoptimiert aufgestellt. Das heißt, dass in vielen Gemeinden, oft aufgrund mangelnder Fachkenntnisse, Bebauungspläne aufgestellt werden, die die solare Nutzung nur schwerlich ermöglichen. In diesem Zusammenhang ist nicht nur die Ausrichtung des Hauses relevant, sondern beispielsweise auch die Verschattung, die durch Topografie, Hausgröße und -tiefe sowie Baufenster und die Bepflanzung bedingt wird.

Solarthermie-Anlage auf dem Dach
Abbildung 2: Die Solarthermie punktet vor allem mit der Unabhängigkeit von einem externen Anbieter. Nur das Wetter entscheidet über die "Produktionsrate".

Wärmepumpe

Die Wärmepumpe ist eine recht clevere Installation, die eben dort Wärme abzieht, wo sie nicht gebraucht wird, um sie dort einzuspeisen, wo sie genutzt wird: beispielsweise in der Fußbodenheizung. Attraktive Förderprogramme, die umweltfreundliche Ausrichtung, niedrige Heizkosten, die Nutzungsänderung zur Kühleinrichtung sowie eine lange Lebensdauer und ihre Effizienz sprechen für die Wärmepumpe. Doch auch an dieser Stelle ist die Kehrseite zu bedenken: Die Genehmigungsverfahren sind mitunter recht aufwendig und kostenintensiv. Achtung: An besonders kalten Tagen ist der Stromverbrauch hoch. Gut, wer hier – wie eingangs beschrieben –  nach einem Preisvergleich auf einen günstigen Strom-Anbieter setzen konnte.

Pelletheizung

Pellets zum Heizen

Abbildung 3: Die Pelletheizung wird mit einem natürlich Rohstoff befeuert: mit Holz.

Die Idee, einen nachwachsenden Rohstoff (Holz) zu verheizen, hat durchaus Charme. Holz ist (aktuell) recht günstig, was die Pelletheizung vermutlich wieder beliebter machen dürfte. Der Vorteil der Pelletheizung ist die Neutralität in punkto Kohlenstoffdioxid. Der Wirkungsgrad liegt bei über 90 Prozent und der Verbraucher ist unabhängig vom stark schwankenden Gas- und Ölpreis. Der Nachteil sind die hohen Anschaffungskosten, der Platzbedarf für den Ofen und das Pelletlager sowie die Versorgungsunsicherheit, die je nach Nachfrage variiert.
 

Fernwärme

Die Versorgung mit Fernwärme büßt mächtig an Vorsprung ein. Der Grund: Eine Versorgung mit Fernwärme ist vor allem unflexibel. Die Kombination mit anderen Techniken ist ebenso wenig möglich wie ein rascher Wechsel des Anbieters, den Verbraucher mittlerweile bei Strom, Gas, Telefonie und Versicherungen gewohnt sind. Dennoch halten Verfechter von Fernwärme dieser Variante die großen Platzersparnisse, den geringen Wartungsaufgaben sowie die gute CO2-Bilanz zugute.


Bildquellen:
Abbildung 1: pixabay.com © hschmider (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © ecoenergieafutura (CC0 Public Domain)
Abbildung 3: pixabay.com © moses (CC0 Public Domain)

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Dieser Artikel behandelt die Themen Energieversorgung, Heizungswahl und Heizung.

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