Wie falsches Lüften Immobilie und Bewohnern schaden kann

Während der kalten Jahreszeit ist es in den meisten Wohnungen und Häusern deutlich zu warm. Viele Bewohner laufen im T-Shirt umher und sind froh, wenn sie die warme Wintergarderobe zumindest in den eigenen vier Wänden verbannen können. Dabei bedenken sie nicht, wie teuer ihnen diese nahezu tropischen Temperaturen zu stehen kommen. Wird die Raumtemperatur um ein Grad gesenkt, spart man bis zu sechs Prozent an Heizkosten. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der im Vergleich zu Sommer und Frühling vor allem in den kühleren Jahreszeiten oft vergessen wird, ist das Lüften. Dabei ist es so wichtig, um das Raumklima zu verbessern und die Gesundheit zu fördern.

Falsches Lüften schadet der Bausubstanz

Bei Schimmelbildung im Wohnraum handelt es sich um winzig kleine Mikroorganismen, die sich auf verschiedenen Nährböden ansiedeln. Nicht nur auf Wänden ist Schimmel beheimatet, er kommt auch in Lebensmittel oder auf Kleidungsstücken vor. Hier einige Tipps, um Schimmel an den Wänden zu identifizieren:

  • Generell sind Schimmelsporen in der Anfangsphase an der weißen Wand nur schwer erkennbar
  • Erst wenn sich grüne oder schwarze Flecken bilden, nehmen die Bewohner ihn wahr. Dabei handelt es sich um Pilzfäden und Sporen, das eigentliche Problem besteht in der Regel schon viel länger
  • Neben grünem und schwarzem Schimmel kommt auch weißer Schimmel (schwer erkennbar auf hellen Wänden), roter und gelber Schimmel vor


Weißer Schimmel setzt sich besonders gerne an Ecken und in Nischen fest. Da er sich auch hinter Möbeln bildet, ist es besonders schwierig ihn ausfindig zu machen. Roter Schimmel tritt bevorzugt auf Tapeten auf. Besonders gefürchtet ist schwarzer Schimmel, der schwer giftig ist. Ihn sollte immer Fachpersonal entfernen.

 

Info:

Schimmelpilze im Haus oder der Wohnung sind eine Gefahr für die Bausubstanz, da sie organische Materialien zersetzen können. Oberflächig können Tapeten angegriffen werden, wenn die Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringt können die Schimmelpilze auch tragende Balken oder den Dachstuhl eines Hauses beschädigen.

Lesen Sie hier, wie Sie Schimmel richtig entfernen.

 

 

Warum es zu Schimmelbildung kommt

Feuchtigkeit und Wärme: Diese beiden Faktoren begünstigen die Schimmelbildung. In jedem Wohnraum steigt die Feuchtigkeit, wenn man nicht ausreichend lüftet. Dafür verantwortlich ist zum Beispiel die Atmung des Menschen. Bei diesem lebenswichtigen Vorgang stößt jeder Bewohner täglich 1,5 Liter Flüssigkeit aus. Dazu kommt noch Feuchtigkeit, die beim Kochen, Wäschetrocknen oder Baden in die Umgebungsluft übergeht. Die Feuchtigkeit in der Luft trifft in der Wohnung oder im Haus auf die kalten Wände auf. Dadurch entsteht Kondenswasser, ein guter Nährboden für den Schimmel.
Vor allem Räume die in Mietwohnungen meist keine Fenster haben, wie Badezimmer oder Wäschekeller, wird die Feuchtigkeit ein ernstzunehmendes Problem, da durch schnelles Fenster öffnen die feuchte Luft nicht entweichen kann. In diesem Fall sollte der Raum mit entsprechenden Lüftern ausgestattet werden, idealerweise Badlüfter mit eingebautem Feuchtigkeitssensor, die sich anhand der Luftfeuchtigkeit im Raum selbst einschalten und wieder ausschalten.

Eine Kombination aus mangelhafter Bausubstanz und falschem Lüften begünstigt die Schimmelbildung. Um ihn zu vermeiden, empfehlen Experten einige Maßnahmen. Sie schlagen zum Beispiel vor, großflächige Möbel mit einem Abstand von fünf bis 10 Zentimetern zu den Außenwänden zu platzieren. Außerdem sollte die Raumtemperatur im Schnitt 19 bis 21 Grad betragen. Falls möglich ist es außerdem bei jeder Gelegenheit empfehlenswert, die Wäsche im Freien trocknen zu lassen.

Falsches Lüften: Die Auswirkungen auf die Gesundheit

Viele kennen das Problem: Während der kalten Jahreszeit ist man ständig verkühlt, der Hals kratzt und die Nase ist verstopft. Ursache dafür ist unter anderem, dass die warme Heizungsluft die Schleimhäute austrocknet. Dadurch entstehen kleine Risse und Krankheitserreger haben leichtes Spiel dabei, in den Körper einzudringen.

Auswirkungen hat falsches Lüften auf die Gesundheit auch wegen der bereits angesprochenen Schimmelbildung. Sie rufen schwerwiegende Krankheiten hervor. Gerade wenn die Schimmelbildung lange Zeit unbemerkt bleibt und sich die Bewohner unbewusst über Monate oder sogar Jahre der Belastung aussetzen, kann durch falsches Lüften bedingte Schimmelbildung sogar gefährlich werden. Atemwegserkrankungen häufen sich, manche Betroffene entwickeln sogar Asthma. Dabei bleibt ihnen im wahrsten Sinne des Wortes beim Aufenthalt in den eigenen vier Wänden die Luft weg. Doch auch Probleme im Magen-Darmtrakt sind zu bemerken. Außerdem kommt es bei manchen Schimmelarten zu chronischer Müdigkeit und anhaltenden Konzentrationsproblemen.

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Fazit:

Schimmelbildung in Immobilien schadet der Gesundheit der Bewohner und auch die Bausubstanz. Glücklicherweise lässt sich die Schimmelbildung durch richtiges Lüften und Heizen einfach vermeiden. Es zahlt sich aus vor allem in Räumen wie Toilette, Badezimmer, Keller und Küche in Lüftungsgeräte zu investieren. Außerdem sollte man mehrmals pro Tag 5 bis 10 Minuten Stoßzulüften, um schwerwiegende Folgen auf die Gesundheit und die Bausubstanz zu vermeiden.

Bildquelle: © AdobeStock/britta60

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