Fertighäuser – schlüsselfertig oder als Ausbauhaus

Fertighäuser sind heute eine sehr gefragte Alternative zu konventionellen Häusern. Jedes fünfte neu genehmigte Ein- oder Zweifamilienhaus ist inzwischen ein Fertighaus aus dem nachhaltigen Baustoff Holz. Bauherren haben dabei unzählige Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich der Architektur, Ausstattung und Gestaltung. Ebenfalls müssen sie sich für eine Ausbaustufe entscheiden: Sie haben die Wahl zwischen einem schlüsselfertigen Fertighaus oder einem Ausbauhaus, bei dem sie selbst noch Hand anlegen können.

 

Eigenleistungen senken die Baukosten für das Fertighaus

Komfort und Kosten sind zwei bedeutende Variablen bei jedem Hausbau – und auch beim Fertighausbau: Je mehr Leistungen der Bauherr dem Fertighaus-Hersteller übergibt, desto größer ist sein eigener Komfort beim Hausbau, umso höher sind gleichzeitig aber auch seine Kosten für das Bauprojekt insgesamt.

Andersherum: Je mehr Kosten der Bauherr gegenüber einer schlüsselfertigen Bauausführung sparen möchte, desto mehr Arbeiten muss er selbst verrichten und umso weniger komfortabel wird die Bauphase für ihn und seine Familie. Wer nun aber über handwerkliches Geschick verfügt und nach Feierabend und am Wochenende gerne am neuen Zuhause mitarbeiten möchte, dem kommt die Kostenersparnis sicher gelegen.

Bloß keine Selbstüberschätzung!

Welche Arbeiten der Bauherr eines Ausbauhauses übernimmt, wird vertraglich genau festgelegt. Je nach Fertighaus-Hersteller kann er auch Aufgaben vertraglich ausgliedern, die er dann an eine andere, ihm bekannte Fachfirma weitergibt. Denn komplett auf eigene Faust sollten nur die Arbeiten verrichtet werden, die der Bauherr auch tatsächlich beherrscht. Selbstüberschatzung ist dabei ebenso fehl am Platz wie ein übertriebener Zwang zur Kostenersparnis. Denn bei beidem zahlt der Bauherr am Ende womöglich mehr, als wenn er sich von vornherein für ein schlüsselfertiges Fertighaus mit QDF-Siegel entschieden hätte.

Das QDF-Siegel kennzeichnet Fertighaus-Hersteller, die sich strengen Sicherheits- und Qualitätsvorgaben unterwerfen und diese von der industriellen Vorfertigung bis zur Schlüsselübergabe und auch darüber hinaus einhalten. Grundsätzlich gibt der Hersteller seine Garantie und Gewährleistung allerdings nur für die ihm aufgetragenen und vertraglich vereinbarten Leistungen. Mindestens sind Ausbauhäuser mit QDF-Siegel aber bis zu der vereinbarten Ausbaustufe entsprechend den Vorgaben der Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) qualitätsgesichert.

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Fixer Einzugstermin beim schlüsselfertigen Fertighaus

Hinzu kommt bei einem Ausbauhaus, dass sich der Fertigstellungstermin in der Regel nach hinten verschiebt, während die Baufamilie für ein schlüsselfertiges Haus mit QDF-Siegel frühzeitig einen fixen Einzugstermin erhält. Das liegt daran, dass die Eigenleistungen, anstatt von einer Fachfirma, vom Bauherrn neben Beruf und Familie ausgeführt werden. Es gilt zu bedenken: Ein späterer Einzug geht häufig mit doppelten Kosten für die Mietwohnung und das noch nicht bezugsfertige Eigenheim einher.

Neben dem fixen Einzugstermin geben die Haushersteller der QDF auch eine Festpreisgarantie für ihre Fertighäuser. Damit erhält die Baufamilie schon vor Baubeginn eine größtmögliche Kostentransparenz und fundierte Grundlage für ihren Finanzierungsplan. Die Raten an den Fertighaushersteller werden erst nach Erledigung des jeweils nächsten Bauabschnitts fällig – bezahlt wird bei einem Fertighaus also nur das, was auch tatsächlich geleistet wurde. Und das ist bei einem Ausbauhaus in der Regel weniger als bei einem schlüsselfertigen Haus. Vorausgesetzt der Bauherr hat seine Eigenleistungen und Fähigkeiten vernünftig eingeschätzt.

Mögliche Eigenleistungen beim Ausbauhaus

  1. Die meisten möglichen Eigenleistungen beim Ausbauhaus beziehen sich auf den Innenausbau des künftigen Zuhauses. Hierzu gehören:
    • Schreinerarbeiten für Innentüren und Einbaumöbel
    • Sauberkeitsarbeiten an Wänden und Fußböden
    • Maler- und Tapezierarbeiten
    • Verlegen von Bodenbelägen wie Fliesen, Parkett oder Teppich
       
  2. Wer handwerklich fitter ist oder zumindest die richtigen Leute kennt, kann auch Installationen und Inbetriebnahmen von technischen Vorrichtungen übernehmen:
    • Installation und Inbetriebnahme der Heiz- und Haustechnik
    • Anschluss an die Frischwasser-, Abwasser- und Gasversorgung
    • Verlegen und Einbau von Anschlüssen, Kabeln und Schaltern
    • Anschluss an das Strom-, Telefon- und Breitbandnetz
       
  3. Zu den Aufgaben, die bei einem Ausbauhaus nur von erfahrenen Heimwerker-Profis ausgeführt werden sollten, zählen:
    • Aufbringen des außenliegenden Feinputzes
    • Einbau von Innentreppen und Geländern
    • Setzen nichttragender Innenwände

Fazit

Die Entscheidung für ein Fertighaus geht immer auch mit der Entscheidung für eine Ausbaustufe einher. Gegenüber einem konventionellen Haus sparen handwerklich begabte Bauherren mit einem Ausbauhaus in Fertigbauweise vor allem Zeit. Gegenüber einem schlüsselfertigen Haus sparen sie zudem Geld, sofern sie die vorgesehenen Eigenleistungen planmäßig erbringen können. Den höchsten Komfort erfahren Bauherren schlüsselfertiger Fertighäuser – langfristig auch deshalb, weil der Baustoff Holz wie kein zweiter zu einem wohngesunden und nachhaltigen Zuhause beiträgt.

Bilder:
Bild 1: Photo by Taduuda on Unsplash
Bild 2: BDF/Hanse Haus
Bild 3: BDF/Lehner Haus

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Dieser Artikel behandelt die Themen Fertighaus, Ausbauhaus und schlüsselfertig.

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