7 Tipps für Deinen Rasen

Wer ein Haus baut oder ein Eigenheim kauft, dem ist meistens auch ein schöner Garten wichtig. Eine zentrale Bedeutung im Garten hat dabei der Rasen. Doch schnell verliert dieser im Sommer bei einer langen Trockenperiode seinen Charme und der Gärtner die Lust an der Rasenpflege. In unserem Ratgeber haben wir 7 Tipps zusammengestellt, wie Dein Rasen saftig grün bleibt und Du viel Freude daran hast.
 

 

1. Die Neuanlage eines Rasens

Wenn Du vor der Aufgabe stehst, einen Rasen ganz neu anzulegen, dann solltest Du Dich entscheiden, ob Du selbst säen möchtest oder ob ein Rollrasen das Richtige für Dich ist. Hier eine Übersicht mit Vor- und Nachteilen:

 

Rasen säen

Rollrasen verlegen

  • günstig
  • bereits nach 3 Wochen voll belastbar
  • gut selbst durchzuführen
  • Rasen ist bereits gedüngt
  • arbeits- und zeitintensiv
  • kostenintensiv
  • 4 bis 6 Wochen bis zum ersten Betreten
  • erst nach 3 Monaten voll belastbar
  • Rasenrollen müssen transportiert werden
 

Rasen selbst säen

Der beste Zeitpunkt zur Neuanlage eines Rasens ist im Frühjahr. Es empfiehlt sich, die Fläche zuvor komplett umzugraben und bei lehmhaltigem Boden feinkörnigen Sand oder Torf mit einzuarbeiten. Dies macht den Boden wasserdurchlässiger, sodass er genügend Wasser speichern kann, um die Wurzeln des Grases mit Wasser zu versorgen, ohne Staunässe zu bilden. Im Anschluss solltest Du die Fläche glatt ziehen und sich setzen lassen. Die Setzung dauert etwa 3 bis 5 Wochen.

Vor der Aussaat sollte der Boden dann noch einmal etwa 10 bis 15 cm tief aufgelockert werden. Außerdem solltest Du noch einmal evtl. sprießendes Unkraut entfernen.

Tipp:

Mache Dir ausreichend Gedanken, ob Du vor der Aussaat eine Bewässerungsanlage, wie einen Rasensprenger, fest installieren möchtest. Da Dein Rasen in den heißen Sommermonaten viel Wasser benötigt, kann dies durchaus sinnvoll sein, ist aber natürlich immer eine Frage des Budgets.

Die eigentliche Aussaat sollte außerhalb des Sommers stattfinden, am besten im April, Mai oder Anfang Juni. Aber auch der späte September ist denkbar. Die Rasensamen solltest Du nach Deinen Anforderungen aussuchen, je nachdem, ob Du einen Sport- und Spielrasen oder einen Zierrasen möchtest.

Ein oder zwei Tage vor der Saat der Rasensamen solltest Du einen Langzeitdünger auf der vorbereiteten Fläche ausbringen.

Achte bei der Aussaat darauf, dass es ein windstiller Tag ist, damit die Rasenkörner gleichmäßig verteilt werden und liegen bleiben. Die Körner sollten dann etwa 1 cm tief in den Boden eingearbeitet werden. Um diesen Arbeitsschritt zu übergehen, hat es sich auch bewährt, etwas Gartenerde dünn über den Samen zu verteilen.

Im Anschluss an die Aussaat musst Du die Fläche glätten und so die Samen fest andrücken. Dies sollte aber nur oberflächlich erfolgen, damit beim anschließenden Wässern das Wasser noch in den Boden eindringen kann und nichts weggeschwemmt wird. Nun sollte der Boden über 2 bis 3 Wochen hinweg konstant feucht gehalten werden. An sonnigen Tagen bedeutet dies unter Umständen ein mehrmaliges Wässern pro Tag. Nach ca. 1 bis 2 Wochen zeigt sich ein erster grüner Flaum. Bis zum ersten Mähen sollte das Gras eine Höhe von ca. 8 bis 10 cm erreichen.

Rollrasen verlegen

Etwas unkomplizierter, aber auch deutlich teurer ist das Verlegen von Rollrasen. Hier empfiehlt es sich grundsätzlich, dies vom Fachmann machen zu lassen, um eine entsprechende Anwuchs-Garantie zu bekommen. Beim Verlegen spielt auch der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle, da die Rasenplatten nicht zu lange in der Sonne liegen sollten.

Auch hier gilt natürlich, sich die richtige Rasensorte im Vorfeld auszusuchen. Nach der Verlegung sollte der Rollrasen drei Wochen lang nicht betreten werden und in dieser Zeit ebenfalls ausreichend gewässert werden.

Rollrasen

2. Das Düngen des Rasens

Wenn ein Rasen wächst, entzieht er dem Boden Nährstoffe. Diese gilt es, mit einem Dünger auszugleichen. Bei der Neuanlage eines Rasens sollte ein Langzeitdünger (Start-Dünger) verwendet werden. Bei bereits angewachsenem Rasen empfiehlt es sich, dreimal im Jahr zu düngen. Während der ersten Wachstumsphase im Jahr im April und Mai sollte der Boden mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Dies sind Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium. Der Dünger sollte idealerweise Anfang April mit einem Streuwagen ausgebracht werden. Dies garantiert eine gleichmäßige Verteilung des Düngers. Das ist wichtig, da zu viel Dünger dem Rasen schadet. Eine zweite Düngung sollte im Juni oder Anfang Juli ausgebracht werden. Die dritte Düngung im Jahr dient dazu, den Rasen für den Winter fit zu halten. Hier gibt es spezielle Winter-Dünger, die am besten Ende September oder Anfang Oktober nach dem letzten Rasenschnitt ausgebracht werden. Zum Düngen sollte das Gras trocken, aber der Boden feucht sein. So kann der Dünger optimal eindringen, bleibt beim Ausbringen aber nicht an den Grashalmen hängen.

3. Richtig mähen

Ein Rasen benötigt vor allem eins: Einen regelmäßigen Rasenschnitt. Dies muss nicht – wie den Engländern nachgesagt wird – mit einer Nagelschere passieren, aber der Schnitt sollte mit einem guten Arbeitsgerät durchgeführt werden. Das heißt, der verwendete Rasenmäher sollte ein scharfes Messer haben und dieses sollte auch regelmäßig geschärft oder ausgetauscht werden. Eine Faustregel für den Rasenschnitt ist, dass bei einem Schnitt nie mehr als ein Drittel der Halmlänge gekürzt werden sollte. Der Rasen sollte die gesamte Saison über eine Höhe zwischen 3 und 5 Zentimetern haben. Im Frühjahr, Frühsommer und Herbst bedeutet das, dass man unter Umständen bis zu 3 Mal pro Woche seinen Rasen mähen sollte.

Beim Mähen ist auf die richtige Tageszeit zu achten. Bei Temperaturen über 30°C sollte man auf keinen Fall in der Mittagshitze mähen, sondern in den späten Morgen- oder frühen Abendstunden. Du solltest darauf achten, dass das Gras immer trocken ist, da bei feuchtem Gras unsaubere Schnittkanten entstehen. Man sollte idealerweise mit einem Auffangkorb mähen, oder zumindest nach dem Mähen das gesamte Schnittgut von der Rasenfläche entfernen. Wichtig ist auch, dass das Gras vor dem Mähen aufrecht steht. Idealerweise betritt also vor dem Mähen niemand Deinen Rasen.

ANZEIGE
 

4. Vertikutieren

Das Vertikutieren dient dazu, die Rasenfläche von Pflanzenresten, Unkraut und Moos zu befreien. Dieser sogenannte Rasenfilz behindert die Zufuhr von Wasser und Nährstoffen, was dazu führen kann, dass einzelne Pflanzen oder ganze Rasenstücke absterben. Der Vertikutierer dringt mit seinen Messern wenige Millimeter in den Boden ein und schlägt dadurch das Moos und den Rasenfilz heraus. Der Rasen sollte nicht mehr als 2 Mal pro Jahr vertikutiert werden. Frisch ausgesäter Rasen oder neu verlegter Rollrasen sollte in den ersten 18 Monaten nicht vertikutiert werden, da das Gras sonst noch nicht ausreichend Wurzeln für die Belastung geschlagen hat. Idealerweise findet das Vertikutieren vor dem Düngen eines Rasens statt. Der Rasen wird danach erst einmal nicht sehr ansehnlich aussehen, erholt sich aber bereits nach wenigen Tagen. Die besten Zeitpunkte zum Vertikutieren sind der April – etwa 2 Tage nach dem ersten Rasenschnitt – und der September vor der Ausbringung der Winterdüngung.

Entstehen durch das Vertikutieren größere Löcher in der Rasenfläche, sollte eine Nachsaat vorgenommen werden.

5. Häufig und ausgiebig wässern

Das regelmäßige Wässern Deines Rasens ist im Sommer unabdingbar!



 

Zusammen mit dem regelmäßigen Mähen des Rasens ist vor allem in den heißen Sommermonaten das ausgiebige Wässern Deiner Rasenfläche das wichtigste Kriterium für einen schönen Rasen.

In Trockenperioden solltest Du mindestens alle zwei Tage wässern. Die Feuchtigkeit sollte immer wurzeltief in den Boden eindringen, also mindestens 10 cm tief. Hierzu gilt als Faustregel, dass mindestens 5 bis 10 Liter pro Quadratmeter notwendig sind.

Wenn Du während des Sprengens auf Deinem Rasen eine Tasse aufstellst, hast Du genug gewässert, wenn die Tasse voll ist. Bei 100 Quadratmetern Rasenfläche verbrauchst Du damit schnell pro Woche 2.000 bis 4.000 Liter Wasser. Da Du den Rasen mit Regenwasser wässern solltest, ist es auf jeden Fall sinnvoll, über eine ausreichend große Regenwasserzisterne nachzudenken. Je nach Größe Deines Gartens ist eine Zisterne mit 6.000 und mehr Litern auf jeden Fall eine sinnvolle Investition.

6. Den Rasen bei Frost nicht betreten

Im Winter gilt grundsätzlich: Bei Frost sollte Dein Rasen nicht betreten werden. Ansonsten können die gefrorenen Grashalme abbrechen und beschädigt werden. An Bruchstellen breiten sich sehr schnell Erreger und Pilze aus, die schnell Deinen ganzen Rasen schädigen können.

7. Hügel von Maulwürfen oder Wühlmäusen entfernen

Für Gartenbesitzer gibt es nichts Ärgerlicheres als einen oder mehrere Hügel mitten auf der Rasenfläche. Entweder Maulwürfe oder Wühlmäuse sind hierfür verantwortlich. Die Hügel sollten schnellstmöglich vom Rasen entfernt werden, damit der Rasen darunter nicht abstirbt. Da Maulwürfe unter Naturschutz stehen, darfst Du sie auf keinen Fall töten. Im Idealfall reicht es bereits aus, den Rasen häufig zu mähen oder ggf. einen Mähroboter einzusetzen. Die ständige Lärmbelastung wird den Maulwurf vertreiben.
 


Autor: wunschimmo.de

Bildquelle:
Bild 1, Rollrasen: © fotolia.com/WoGi
Bild 2, Gartensprenger: © fotolia.com/maykal

Diesen Ratgeber-Artikel teilen

Dieser Artikel behandelt die Themen Rasen, Rollrasen, säen, düngen, vertikutieren, wässern und Frost.

Leser-Bewertung:

Durchschnittliche Bewertung von 4.8 Sternen bei 3 Lesermeinungen.
Details zeigen »

Kommentare:

Martin ()

Schön zusammengefasst, auf was es bei der Rasenpflege ankommt. Auch ich habe festgestellt, dass der regelmäßige Rasenschnitt das wichtigste ist. Damit gelingt es uns sogar am Feldrand das meiste Unkraut fernzuhalten. Nur Klee müssen wir regelmäßig mit der Hand ausrupfen...

Folgende Ratgeber-Artikel könnten Dich auch interessieren:

Den Garten wohnlich einrichten: Von klassisch bis modern

So wie sich das Badezimmer von einer Nasszelle in eine Wohlfühloase entwickelt hat, sind auch in der grünen Oase große Veränderungen zu beobachten. An der Funktion des Gartens hat sich nichts geändert, weiterhin entspannen hier die Bewohner des Hauses. Was sich geändert hat, sind die Gartenmöbel. Hole Dir hier Anregungen, wie Du Deinen Garten mit den richtigen Accessoires gemütlicher gestalten kannst.

Weiterlesen

Wenn Gartentrampoline im Keller überwintern

Auch wenn man ein Gartentrampolin mit dem passenden Zubehör wie etwa einer Abdeckplane ganzjährig im Freien stehen lassen kann, bauen viele Hausbesitzer das Gerüst den Winter über ab und lagern es im Keller ein. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen wird das Sprungtuch anschließend wieder im Garten aufgespannt – doch Vorsicht: Vor dem Erstgebrauch sollte das Trampolin auf mögliche Mängel hin untersucht werden, damit keine Unfälle geschehen und der Hüpfspaß ungetrübt wieder von vorne losgehen kann.

Weiterlesen

Der kindgerechte Garten: Schritt für Schritt zum Kinderparadies

Besonders Familien mit Kindern freuen sich über einen eigenen Garten. Schließlich können sich die Kleinsten darauf nach Herzenslust austoben und genießen ein völlig anderes Gefühl von Freiraum, als in einer kleienn Wohnung mit Balkon. Damit die Grünfläche für Kinder ungefährlich und gleichzeitig einladend wird, müssen jedoch einiges beachtet werden. In diesem Ratgeber finden Sie praktische Tipps, die es Ihnen erlauben den Garten in ein einmaliges Kinderparadies zu verwandeln.

Weiterlesen