Tapetenwechsel? Es geht auch anders...

 

Ein Umzug ist eine aufregende, aber auch anstrengende Angelegenheit. Alles muss verpackt, transportiert und wieder ausgepackt werden. Und das ist noch nicht alles. Denn die neue Wohnung ist meist nicht so, wie wir uns das gewünscht haben. Die Wände sind bunt gestrichen, oder haben noch die Blümchentapete aus Omas Zeiten. Im besten Fall muss nur ein neuer Anstrich her, damit aus der Wohnung, ein Zuhause wird.

Im schlimmsten Fall muss es eine neue Tapete sein. Doch das kann vermieden werden.

Das Wohnzimmer in „Aubergine“, die Kinderzimmer in „Latte macchiato“ und die Küche in „Mocca“. Klingt lecker, gefällt aber nicht jedem. Es gibt Möglichkeiten, aus der überwältigenden Farbenpracht eine angenehme Wohnatmosphäre zu machen.

 

Möglichkeit 1: Teilweise überstreichen

Wenn alle Wände in einer Farbe wie Mocca gestrichen sind, wirkt der Raum klein und dunkel. Wem der Farbton gefällt, kann hier mit wenig Aufwand eine Aufhellung und optische Vergrößerung erzielen. Dafür kann man zum Beispiel die Hälfte der Wände in einem passenden hellen Ton überstreichen. Das geht am besten mit einer sehr gut deckenden Latexfarbe, oder aber mit einer hochwertigen normalen Farbe, wobei hier mehrere Anstriche nötig sind.

Als ersten braucht man die Originalfarbe. Entweder war der Vormieter sehr vorausschauend und hat noch etwas von der Farbe übrig gelassen, oder man muss sich die Farbe zusammenmixen. Hierfür sucht man sich am besten einen nicht sichtbaren Bereich der Wand aus - hinter einem Schrank, oder im Bereich der von der Fußbodenleiste überdeckt wird - und probiert so lange, bis man den exakten Farbton getroffen hat. Man muss allerdings etwas warten bis die Farbe trocken ist, um das Ergebnis mit dem bestehenden Ton vergleichen zu können.

 

Hat man den alten Farbton gefunden und sich für einen hellen zweiten Ton entschieden, kann es losgehen. Man nimmt Klebeband. Hier eignet sich Krepp-Klebeband sehr gut, da es ohne Farbe mit zu nehmen, abgezogen werden kann. Dieses Klebeband bringt man an der Stelle an, an der die Farben aufeinander treffen sollen. Nun kann man das Band zum Beispiel im unteren Bereich mit der Original-Farbe dick bestreichen. Die Farbe darf dafür nicht zu flüssig sein. Dies sorgt dafür, dass es eine gerade Kante gibt. Zusätzlich kann man die Kante des Klebebands auch mit Silikon versiegeln. Um Farbtropfen auf dem alten Farbton zu vermeiden, sollte man auch ein feuchtes Tuch parat haben, um Spritzer schnell entfernen zu können.

Der Teil der hell werden soll kann nun überstrichen werden. Wenn eine Schicht nicht ausreicht, sollte man warten, bis die erste Farbschicht getrocknet ist, bevor die nächste Schicht aufgetragen wird. Sonst deckt die Farbe nicht.

Ist alles trocken, kann das Krepp-Klebeband abgezogen werden.

Möglichkeit 2: Motiv-Tapete

Das Wohnzimmer hat einen dunklen Anstrich in Aubergine. Wer will, kann nun alles mit einer anderen Farbe (hier Weiß) überstreichen. Alternativ kann auch eine Wand in der Farbe bleiben. Hier hilft wieder die Klebeband-Methode, um die Kanten zur dunklen Wand ordentlich zu gestalten.

Nun ist eine farbige Wand an sich immer noch dunkel. Wer es mag kann daher zum Beispiel Motiv-Tapete in Weiß aufbringen. Eine weiterte Möglichkeit bieten helle Regale oder weiße Bilderrahmen, um die Wand abwechslungsreich und modern zu gestalten. Wenn auch die Möbel weiß sind, kann diese Kombination sehr schick aussehen.

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Möglichkeit 3: Neu Tapezieren - Die aufwendigste Lösung

Steht man nun aber in einem Zimmer, dessen Tapete undefinierbar, absolut nicht nach dem eigenen Geschmack und unmöglich zu übermalen ist, gibt es nur eine Möglichkeit: Tapete runter, und eine neue besorgen.

Erster Arbeitschritt für den Tapetenwechsel: Tapete entfernen
1. Versuchen, ob man die Tapete so wie sie ist, runter reißen kann.
2. Wenn das nicht geht: Tapete wässern. Das geht am besten mit einer Kleisterbürset oder einer Gartenspritze mit warmem Wasser gemischt mit Tapetenlöser oder Spülmittel.
3. Tapete einweichen lassen bis sie sich leicht lösen lässt. Bei Lackfarbe oder mehreren Farbschichten hilft eine Nagelwalze. Durch die Löcher kann das Wassergemisch einfacher eindringen.
4. Tapete runter reißen.

Leider kann man nun nicht einfach die neue Tapete aufkleistern. Denn ohne einen gut vorbereiten Untergrund, haftet diese nicht.

Zweiter Schritt: Wand vorbereiten
1. Den unter der Tapete befindlichen Belag entfernen und den Putz mit Kleister bestreichen
2. Ist Leimfarbe auf der Wand, sollte dieser mit Tapetenablöser gewaschen und einem lösemittelfreien Tiefengrund behandelt werden.
3. Sind Löcher oder Risse vorhanden, können diese gespachtelt werden. Spachtelmasse gibt es in jedem Baumarkt.
4. Schimmel gefunden? Reinigen Sie den Untergrund und behandeln Sie diesen mit Anti-Schimmel-Grundierung. Ist der Schimmel frisch, sollte dringend ein Profi kommen, und sich das ansehen! Eventuell ist ein Rohr in der Wand nicht dicht.

 

Ist die Wand gut vorbereitet, kann die Tapete drauf. Wer sich nicht sicher ist, welche Tapete und Farbe in dem Zimmer am besten aussehen, findet hier die perfekte Lösung zum Ausprobieren: www.farbdesigner.de

Das Programm ermöglicht die Planung der Innenraumgestaltung am Bildschirm. Und zwar mit der eigenen Wohnung. Denn hier kann man ein eigenes Bild des Zimmers hochladen und dann nach Lust und Laune Decken, Wände und Böden gestalten. Die Tapeten- und Farbvarianten sind so zahlreich, dass hier jeder etwas für sich findet.

Ist die ideale Tapete und eventuell Farbe gefunden, kann es weiter gehen. Hat man sich für herkömliche Papiertapete wird diese eingekleistert und nach dem Einweichen (Dauer steht auf dem Beipackzettel) kommt sie an die Wand. Bei moderner Vliestapete wird hingegen der Kleister direkt an die Wand gerollt. Beginnen Sie an einer Kante, und arbeiten Sie sich dann zum andern Ende der Wand durch. So vermeiden Sie Überlappungen.

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Dieser Artikel behandelt die Themen Tapetenwechsel und Wohnung gestalten.

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