Moderne Wohnwand vs. rustikale Schrankwand - ein kleiner Vergleich

Über Jahre hat sie den Blick in deutsche Wohnzimmer dominiert – die Rede ist von der guten alten Schrankwand. Besonders in den 1980er Jahren waren besonders uniforme wuchtige Designs beliebt, die in gewisser Weise an den Landhausstil anknüpften. In den letzten Jahren haben sich die Ansprüche der Haushalte verändert.

Durch die zunehmende Verschmelzung einzelner Wohnbereiche miteinander ist auch beim Mobiliar und der Einrichtung eine neue Offenheit gefragt. Klobige und schwere Wohnzimmermöbel geraten zunehmen unter Druck. Helle Farbe, teils auch bunte Dekore und natürlich ein einladender Charakter – was heute besonders gefragt ist, sind Wohnwände, die Stauraum und modernes Ambiente ineinanderfließen lassen.

Abbildung 1: Schrankwand als Bücherregal - lange Zeit galten Schrankwände als der Trend im Wohnbereich. Mittlerweile geht der Geschmack in eine etwas andere Richtung!

Schrankwände - die Innenverkleidung für Wohnzimmer

Die Geschichte der Schrankwand beginnt eigentlich bereits in den Vorkriegsjahren. Allerdings konnte sich dieses damals neue Einrichtungskonzept erst in den Wirtschaftswunderjahren wirklich durchsetzen. Bis in die 1980er Jahre und 1990er hinein bleibt die Schrankwand – auch in beiden deutschen Staaten – eines der wesentlichen Wohnaccessoires.

Der Vorteil, den die Schrankwand mitbringt, liegt auf der Hand. In raumhoher Ausführung und 50 Zentimeter bis 60 Zentimeter tief kombiniert sie einen umfassenden Stauraum für:

  • TV-Gerät
  • Stereoanlage
  • Bücher
  • Accessoires
  • Minibar usw.

Diese Gründe haben letztlich dazu geführt, dass Schrankwände die bis dahin üblichen Möbel in Wohnzimmern – wie Kommode und Sekretär – ablösen konnten. Zusätzlich haben die unkomplizierte Fertigung und die Tatsache eines modularen Aufbaus den Siegeszug der Schrankwand begünstigt. Statt aus Massivholz gefertigt, ließ der Griff zur furnierten Bauweise eine Anfertigung ganz unterschiedlicher Designvarianten zu. An welchem Punkt hat die Schrankwand von der Wohnwand ernsthafte Konkurrenz bekommen?

Abbildung 2: Die Wohnwand gilt heute als das moderne Pendant zur Schrankwand - die Auswahl im Möbelhandel kann heute als sehr groß bezeichnet werden!

Wohnwände - die leichte Alternative

Letztlich sind sich Wohnwand und Schrankwand – zumindest in ihrer Zweckbestimmung und Zugehörigkeit zu einem Einrichtungssegment – relativ ähnlich. Beide gehören zur Wohnzimmereinrichtung, sollen verdecken und dabei Stauraum bieten. Spätestens hier fangen aber auch die Unterschiede an.

Eine Schrankwand setzt auf geschlossene Fronten und Schubladenelemente.

Je nach Herstellungsdatum liegt die Präferenz in dunklem Furnier mit Landhausoptik oder einem kalten hellen Look. Auch wenn in viele Schrankwände Glaselemente eingearbeitet sein können – meist wirkt sie in sich abgeschlossen und wuchtig. Heute sind dagegen eher leichte Linienführungen gefragt, die von einer gewissen Transparenz und Durchsichtigkeit akzentuiert werden. Moderne Wohnwände setzen auf genau diese Aspekte.

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Der ursprünglich in sich geschlossene Charakter wird aufgebrochen und in einzelne Elemente zerlegt. Diese lassen sich nicht nur multifunktional nutzen. Eine Wohnwand ist so angelegt, dass jeder Haushalt die einzelnen Bauteile individuell im Raum unterbringen kann. Beispiel: Klassische Schrankwände ordnen Elemente rund um die TV-Nische an. Eine Wohnwand bricht mit dieser Tradition, da der Fernseher seitlich verrückt werden kann. Es entsteht so eine fließende Grundstimmung, die Wohnwand scheint fast im Raum zu schweben.

Welche Variante erweist sich als besser?

Geschlossene Schrankwand oder offene Wohnwand – wer so an die Suche nach dem passenden Einrichtungselement herangeht, kann keine richtige Entscheidung treffen. Vielmehr kommt es darauf an, sich zuerst eine Frage zu stellen: Welchen Anspruch habe ich an Design und Funktionalität? Nur so wird man die richtige Auswahl treffen können.

Hintergrund: Bei der Entscheidung gegen die Schrankwand und für eine Wohnwand spielen einerseits individuelle Faktoren – wie der persönliche Geschmack – eine Rolle. Auf der anderen Seite sind aber auch Aspekte wie das Raumangebot zu berücksichtigen. Hier stehen ganz praktische Fragen im Raum – etwa nach der Höhe oder zur Verfügung stehenden Tiefe.

Will man:

  • sich individuell einrichten
  • einen modern-offenen Stil
  • ein lockeres Design

dürfte die Wohnwand durchaus die optimale Lösung sein. Zielt man in den Ansprüchen eher auf die klassische Raumaufteilung ab und legt Wert auf einen möglichst praktischen Nutzen, ist die Schrankwand vorzuziehen. Aber: Inzwischen gehen Einrichtungshäuser dazu über, beide Wohnelemente miteinander zu kombinieren.


Abbildung 3: Der Variantenreichtum ist geradezu riesig! Heute haben auch alte Elemente wie zum Beispiel kleine Kronleuchter wieder Platz im Wohnzimmer!

Fazit: Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Schrankwand und Wohnwand konkurrieren seit einigen Jahren offensichtlich miteinander. Auf den zweiten Blick stellt man fest, dass dieser offensichtliche Wettbewerb in der Praxis immer stärker verschwimmt. Der Grund: Wohnwand und Schrankwand sind eigentlich die beiden Enden einer Entwicklung, die Grenzen dazwischen sind alles andere als messerscharf auf dem Reißbrett gezogen.

Kompakte Schrankwände haben genauso eine Daseinsberechtigung wie die fast schwerelos wirkende Wohnwand. Designer und Schreiner gehen heute mehr und mehr dazu über, mit den einzelnen Elementen zu experimentieren, um daraus neue Ideen zu entwickeln. Letztlich wird wahrscheinlich auch die Wohnwand in ihrer aufgebrochenen Leichtigkeit nicht die letzte Idee sein, wie sich unserer Wohnzimmer wohnlich gestalten lässt. Die Zeit wird zeigen, was den nächsten großen Einrichtungstrend ergibt!

Bildquellen:
Abbildung 1: @ JayMantri (CC0-lIznez)/ pixabay.com
Abbildung 2: @ PIX1861 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Abbildung 3: @ podelsakpetr (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

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Dieser Artikel behandelt die Themen Wohnzimmer, Schrankwand, Wohnwand und Einrichten.

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