Bei Wind und Wetter: Bauen und leben an der Nordsee

Wer mit Blick auf den Glücksindex 2012 nach einem neuen Lebensraum innerhalb Deutschlands sucht, sollte entweder in den Süden, nach Bayern, ziehen oder an die Nordsee. Dort nämlich leben der Studie zufolge die glücklichsten Deutschen. Im Folgenden soll sich der Fokus auf den Norden richten, denn im Detail zeigte sich: Am glücklichsten sind die Hamburger, dicht gefolgt von denjenigen, die in der Region Niedersachsen-Nordsee leben. Was sie dort allerdings beachten müssen, um auch im selbst gebauten Eigenheim glücklich zu werden, soll Thema dieses Beitrags sein.

 

Leben an der Nordsee

Abbildung 1: Für die einen ist die Nordsee das Ziel einer Urlaubsreise, andere wiederum spielen mit dem Gedanken, dorthin zu ziehen.

 

Das Klima an der Nordsee fördert die Gesundheit und fordert spezielle Baumaterialien

Wer bereits den einen oder anderen Urlaub an der Nordsee verbracht hat, weiß: Die Kombination aus Wind, Sonne und Salzwasser charakterisiert das Klima im hohen Norden. Experten bezeichnen dieses Klima als Reizklima, da es dem menschlichen Körper sowohl wohl tut, als diesen auch reizt. Die positiven und negativen Wirkungen, die das Klima auf den Menschen ausübt, sind diese:

  • Der Wind wirkt sich kühlend auf die Haut aus. Das Salz wirkt enzündungshemmend. Symptome einer Neurodermitis können so gelindert werden.
  • Herz- und Kreislaufsystem werden entlastet.
  • Das maritime Aerosol, das in der Brandung eingeatmet wird, wirkt befreiend auf die Atemwege. Leiden, die durch Asthma, Bronchitis und eine Nasennebenhöhlenentzündung bedingt werden, werden gelindert.
  • Die Sonne (die UV-Strahlung) bedingt die Kortisol-Ausschüttung, die ebenfalls entzündungshemmend wirken kann. Die Bildung von Vitamin D wird begünstigt.

Was auf der menschlichen Haut so angenehm und dabei sogar heilsam wirken kann, ist mit Blick auf das eigenen Häuschen ein stetiger Angriff auf dessen Hülle. Das heißt: Das Wind-Salz-Gemisch, das denjenigen wohltut, die einen Urlaub an der Nordsee verbringen oder dort leben, ist eine große Herausforderung an die Bausubstanz. Die folgende Tabelle zeigt typische Bauformen an der Nordsee.

Wohnhaus an der Nordsee

Abbildung 2: So sieht ein typisches Wohnhaus an der Nordsee aus.

Das Reetdach

Das Reetdach ist aus der Nordsee-Kulisse kaum mehr wegzudenken. In Kampen ist das Eindecken der Hausdächer mit Reet sogar vorgeschrieben, auch wenn dadurch Beschränkungen wie etwa das Verbot eines Feuerwerks zu Silvester sowie hohe Versicherungskosten einhergehen. Einst war Reet die günstigste Form der Eindeckung von Häusern kleiner Leute.

Auf einer Warft

Oft stehen Höfe in Norddeutschland auf einer Warft (Hügel), bieten diese Positionen doch den besten Schutz vor dem Wasser.

Kreuzwerk-Form

Eine typische Hausform ist das T-förmige „Krüsselwarck“, das sich dadurch charakterisiert, das Wohnraum und Stall voneinander getrennt sind.

Das Einhaus

Auch das Pendant zum Kreuzwerk, das Einhaus, sieht man im Norden häufig. Dabei sind die Räumlichkeiten für Mensch und Tier nicht voneinander getrennt, sondern in einem Haus vereint.

 

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Wer bereits im Besitz eines Nordsee-Grundstücks ist, hat die Möglichkeiten einer typischen Bebauung in Ansätzen kennengelernt. Grundsätzlich ist zu überlegen, ob das Grundstück für den Eigenbedarf bebaut werden soll, oder ob das bebaute Grundstück inklusive typischen Nordsee-Wohnhaus veräußert werden könnte. Chancen und Risiken werden hier näher beleuchtet.

Das Friesenhaus ist eine typische Hausform an der Nordsee

Urlaubsstimmung in den eigenen vier Wänden wird denjenigen versprochen, die sich für ein nordfriesisches Fachhaus der Uthlande entscheiden, das heute als Friesenhaus bezeichnet wird. Bereits im 17. Jahrhundert war diese Bauweise üblich und zeichneten sich durch den Zusammenbau von Wohnraum und Stallungen aus. Die West-Ost-Lage sollte den Stürmen aus dem Westen trotzen und die Hauskonstruktion war so angelet, dass sie Überschwemmungen und Stürmen standhalten konnte.

Daran lässt sich ein Friesenhaus erkennen:

  • Ein Friesenhaus hat einen spitzen, vorgezogenen Giebel, den sogenannten Zwerchgiebel, der heute aus repräsentativen Zwecken Bestandteil des Friesenhauses ist.
  • Ein Friesenhaus ist meist recht langgestreckt gebaut und hat eine geringe Raumtiefe.
  • Die traditionellen Reetdächer gibt es immer noch. Heute wird das Friesenhaus meist mit einem Sattel- oder einem Walmdach versehen.
  • Aus dem Holzständerwerk von einst sind Beton- oder Steinkonstruktionen geworden.
  • Die typische Fassade, die früher aus rotem Klinker bestand, hat sich gewandelt. Mehrfarbige und helle Klinker sind heute typisch.

Bild 3

Abbildung 3: Ein Reetdach und rote Klinker - früher war diese Kombination typisch.

Bildquelle:
Abbildung 1: pixabay.com © Krimker (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © Krimker (CC0 Public Domain)
Abbildung 3: pixabay.com © reetdachfach (CC0 Public Domain)

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Dieser Artikel behandelt die Themen Nordsee, Immobilie kaufen und Haus bauen.

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