Barrierefreies Wohnen – Die 7 besten Tipps

Das eigene Zuhause kann in manchen Fällen zum Hindernis werden. Nicht nur im Alter, wenn das Gehen und Bewegen schwerer fällt, sondern auch nach Unfällen und bei Krankheiten kristallisieren sich die bisher verborgenen Schwierigkeiten schnell heraus. Daher lohnt es sich, schon frühzeitig an Barrierefreiheit zu denken und Wohnung oder Haus so zu gestalten, dass sie auch langfristig Komfort versprechen.

1. Haltegriffe und Ebenerdigkeit im Badezimmer

Das Badezimmer zählt zu den zentralen Aufenthaltsorten im persönlichen Wohnumfeld. Hier findet die tägliche Körperpflege statt, und auch private Wellness und Kosmetik spielen eine Rolle. Dabei kann gerade dieser Raum bei körperlichen Einschränkungen zum Problem werden. Wer schon bei der Gestaltung oder Renovierung des Badezimmers auf Barrierefreiheit achtet, wird sich somit langfristig vor Schwierigkeiten schützen.

Eine gute Option ist der Einbau bodengleicher Duschwannen. Sie erleichtern den Einstieg und lassen sich bei Bedarf durch Haltegriffe oder auch spezielle Sitzmöglichkeiten erweitern. Sogar mit einem Rollstuhl ist es möglich, weitestgehend selbständig zu duschen, da die oftmals hohe Barriere zwischen Badezimmerboden und Duschwanne entfällt.

Bei zunehmender Bewegungseinschränkung kann es ebenfalls sinnvoll sein, weitere Haltegriffe im Badezimmer anzubringen. Rund um die Toilette beispielsweise ist es nützlich, wenn seitlich abgebrachte Griffschienen Stabilität schenken und beim Aufstehen und Hinsetzen helfen. Weitere Tipps rund um den Bad Umbau hat nullbarriere.de zusammengefasst.

Eine bodengleiche Duschwanne macht barrierefreies Duschen möglich.

Bodengleiche Duschen sind ein Paradebeispiel für Barrierefreiheit.

2. Treppenlifte gegen Stolperfallen

Verfügt das eigene Zuhause über Treppen, die einzelne Stockwerke miteinander verbinden, ist der Einbau eines Treppenliftes langfristig die beste Option. Hier fungiert der Lift als sichere Alternative zum selbständigen Erklimmen der Stufen und schützt folglich vor gefährlichen Stürzen. Welcher Lift sich besonders anbietet, wird von der persönlichen Situation bestimmt. So können gewöhnliche Sitzlifte bei Bewegungseinschränkungen und alters- oder krankheitsbedingter Schwäche ausreichen, während Rollstuhlfahrer auf spezielle Plattformlifte angewiesen sind.

Für gewöhnlich muss ein Treppenlift nicht komplett aus eigener Tasche gezahlt werden. Informationen zu möglichen Fördermitteln finden Interessierte unter treppenlifte-informationen.com.

3. Die richtige Hausform wählen

Barrierefreiheit beginnt schon bei der Auswahl des künftigen Zuhauses. Wer im Begriff ist, ein Heim selbst zu bauen oder eine Immobilie zu kaufen, sollte in Sachen Barrierefreiheit vor allem auf Bungalows achten. Sie sind laut hauscompagnie.de durch ihre Ebenerdigkeit vorteilhaft, da hier alle Räume ohne das Überwinden von Treppen erreicht werden können.

4. Rampen vor der Haustür

Kleine Treppen vor dem Eingang können Hindernisse darstellen.

Auch bei Bungalows gibt es häufig kleine Eingangstreppen.

Ob Bungalow oder mehrstöckiges Haus: Vor der Tür befinden sich bei vielen Immobilien einige wenige Stufen, die bewegungseingeschränkten Menschen Probleme bereiten können. Insbesondere für Rollstuhlfahrer kann schon eine einzige Stufe zum unüberwindbaren Hindernis werden. Die Option der vollständigen Veränderung des Hauseingangs ist oftmals nicht denkbar, da die Eingangsstufen meist als Ausgleich für das Niveau der Böden außen und innen dienen.

Deutlich einfacher gelingt Barrierefreiheit vor der Haustür mit Rampen. Diese können sowohl in mobiler als auch in fester Form dabei helfen, ganz ohne Treppenstufen zur Haustür zu gelangen. Bei der Planung einer Rampe ist es besonders wichtig, dass die gewählte Steigung einem komfortablen Weg nach oben nicht widerspricht. Je höher die Treppe ist, desto länger muss daher auch die Rampe ausfallen.

5. Großzügig planen

Auch die Raumgestaltung selbst spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um Bewegungsfreiheit geht. Insbesondere dann, wenn ein Rollator oder Rollstuhl zu ständigen Begleitern werden, kann es in manchem Zimmer schnell zu eng werden. Daher ist es wichtig, schon bei der Gestaltung von Räumen und deren Aufteilung darauf zu achten, dass sich stets ausreichend breite Durchgangswege bieten. Auch das Drehen und Wenden sollte in allen Räumen ohne Weiteres möglich sein.

Ist das in bestimmten Räumen nicht der Fall, können unter Umständen neue und platzsparendere Möbel helfen. Die letzte und umfangreichste Option ist das Verlegen nicht tragender Wände oder auch die Verbindung mehrerer kleiner Räume zu einem großen Bereich.
 

6. Arbeitsflächen in der Küche absenken

Senioren und auch jüngere Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit wollen sich ihre selbstbestimmte Lebensweise so weit wie nur möglich erhalten. Auch in der Küche ist das durchaus möglich. So können einzelne Bereiche der Arbeitsfläche einfach abgesenkt werden, um das Arbeiten im Sitzen zu ermöglichen. Wer mit Rollstuhl kochen muss, profitiert außerdem davon, wenn Teile der Arbeitsplatte frei schweben und nicht auf Unterschränken liegen. So können Rollstuhlfahrer direkt an die Arbeitsfläche gelangen und bleiben entsprechend flexibler.

Ein weiterer Punkt in Sachen Barrierefreiheit in der Küche kann auch der richtige Umgang mit Oberschränken sein. Sie sind vor allem für Rollstuhlfahrer nur schwer zu erreichen, können jedoch auch für Menschen mit Einschränkungen der Arme oder des Rückens zum Problem werden. In Küchen mit einer ausreichend großen Grundfläche lohnt es sich, weitestgehend auf Oberschränke zu verzichten und alle notwendigen Utensilien unterhalb der Arbeitsplatte zu positionieren. Schubladen mit großer Fläche und passenden Einsätzen helfen dann bei der Organisation.

Eine Küche ohne Oberschränke mit alternativem Stauraum erleichtert das Kochen.

Eine Küche ohne Oberschränke kann die Eigenständigkeit fördern.

7. Türen und Türschwellen anpassen

Reicht die gewöhnliche Breite von Türen und Durchgängen meist aus, können Rollstuhl oder Rollator zusätzlichen Raum fordern. Hier ist in den meisten Fällen der Austausch bestehender Innentüren notwendig. In diesem Fall wird nicht nur die alte Tür inklusive Zarge entfernt, sondern vor dem Einsatz einer neuen Tür der gesamte Durchgang verbreitert. Auf diese Weise ist es möglich, ohne Schwierigkeiten von einem Raum in den nächsten zu gelangen.

Befinden sich zwischen einzelnen Räumen leicht erhöhte Schwellen, kann dies vor allem für Menschen mit Gehbehinderung zur Gefahr werden. Viele Senioren, die im Laufe der Zeit immer größere Schwierigkeiten mit dem Heben der Füße haben, könnten hier stolpern und sich verletzen. Die Entfernung von Schwellen kann je nach Ausgangssituation entweder in Eigenregie erfolgen oder von spezialisierten Fachleuten durchgeführt werden. In jedem Fall gehören laut thema-pflege.de sowohl die Verbreiterung von Durchgängen als auch die Entfernung von Schwellen zu den Maßnahmen, die die Pflegekasse bezuschusst.

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